Ein weiterer Tobrukstand ("Friesentonne") wurde nachgewiesen. Er befindet sich gut erhalten an der Wegegabelung Burgweg / Meerstraße am westlichen Ortsrand von Rysum. Von hier bog die Linie zur Rundum-Verteidung der "Festung Emden" vom Deichbereich ins Hinterland ab. Emden selbst wurde wie beispielsweise Wilhelmshaven zum Kriegsende zur "Festung" erklärt und sollte für eine Rundumverteidigung hergerichtet werden. Die Stände im Abstand von 500 bis 1000 Metern im alten Seedeich ab Emder Hafen nach Westen hin wurden über Knock bis Rysum errichtet, dann bog die Linie mit dem Stand Rysum ab / an einer strategisch wichtigen Ecke wurde der Stand hier an eben der Wegegabelung realisiert. Die Linie zog sich weiter über Conrebbersweg, Osterhusen, Marienwehr und dann zurück Richtung Ems nach Petkum, wiederum an der Ems nach Westen zum Emder Hafen. Es dürften noch einige Stände unter der Erde vorhanden sein, wenn überall die Abstände eingehalten worden sind. Zum Land hin nach Norden und Osten dürften aber weniger gebaut worden sein, als am Deich. Man fürchtete zunächst eine Invasion von Seeseite - das was dann in der Normandie stattfand. Aber man dachte auch daran, dass zusätzlich zur Invasion noch eine zweite Landung im Herbst 1944 an der Deutschen Bucht erfolgen könnte. Dies war der Hauptgrund zur teilweisen Realisierung des Projektes "Friesenwall" zur Verteidigung der Deutschen Bucht. Vielen Dank an U. Ehrentraut für die Informationen zum Stand und für die freundliche Bereitstellung des Bildmaterials!

Es handelt sich hierbei um die einfachste Ausführung eines Tobrukstandes in transportabler Form. Vermehrt wurde er im Bereich Emden / Wilhelmshaven am Ende des Krieges während des Baues des so genannten Friesenwalles aufgestellt (auch im Bereich Friesland südwestlich von Wilhelmshaven wurden zwei dieser Objekte als noch immer existent nachgewiesen). Er wird daher auch als so genannte Friesentonne bezeichnet. Eine weitere Bezeichnung lautet Koch-Bunker*, benannt nach dem damaligen Gauleiter Ostpreußens, welcher diese Objekte an der ostpreußischen Grenze und an der Küste aufstellen ließ. Die Objekte wurden teilweise auch mit vier Sichtscharten ausgeführt.

*Hier gehen die Informationen in verschiedenen Quellen auseinander. Meist wurden Objekte, wie hier im Riss abgebildet, als "Koch-Bunker" bezeichnet. Betonringe mit aufsetzbarer Kuppel mit Lafettenring. Die Ringe waren beliebig für verschiedene Zwecke kombinierbar, hatten einen seitlichen Einstieg und waren etwas mehr als einen Meter breit. Die Wandstärke der Ringstände betrug etwa 10 Zentimeter.

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